kindermachen, kinderkriegen & kinder großziehen: beitrag für eine hochzeitszeitung

kindermachen, kinderkriegen & kinder großziehen: beitrag für eine hochzeitszeitung

himmel
jet streams – kid screams

liebes ehepaar,

als dreimaliger vater möchte ich euch an dieser stelle ein paar tipps (mit einer prise humor, aber auch mit ein oder zwei weisheiten) mit auf euren gemeinsamen lebensweg geben. los geht’s!

kindermachen: ihr braucht zunächst einmal etwas zeit und etwas lust und möglichst ganz viel liebe. stress ist doof. familie oder freunde, die dann und wann nachfragen, was ist denn nun ist, gehören in den dunklen keller verdammt (oder einen maulkorb verpasst). es geht um euch und nur um euch zwei und wenn ihr wollt (dann) euch drei. normalerweise ist es ziemlich gut ziemlich nackig beim kindermachen zu sein, aber es geht auch ohne nackig – spontanität, kreativität sind hier manchmal gefragt. auf jeden fall muss mann und frau es wohl öfters probieren, durchhalten, weitermachen. „ach liebling – komm schon“. es gibt vielleicht auch rückschläge, welche verkraften werden müssen, aber es gibt auch wunschkliniken, die das unmögliche möglich machen. was ihr braucht oder brauchen werdet wisst ihr (dann) schon selbst am besten. generell lasst euch nicht reinreden. scheißt auf viele gut gemeinte ratschläge oder unpassende kommentare (nur nicht auf meine, versteht sich).

kinderkriegen: wie es reinkommt, so kommt es (diesmal etwas gewachsen) meistens auch wieder raus. sicherlich 9 monate sind ziemlich lang, aber das warten lohnt sich. und wenn die zeit dann endlich rum und die geburt vollbracht ist, dann wünscht man sich manchmal wieder die ruhe davor. aber eins nach dem anderen. wer hat beim kinderkriegen eigentlich die ganze arbeit? die frau. wer hat die ganzen schmerzen? die frau. wer hat die alkoholfreie milchbar angebaut? die frau. kinderkriegen ist trotz emanzipation reine frauensache (und wird es hoffentlich auch so bleiben). deswegen ein trostpflaster an alle hochschwangeren frauen: jede, noch so schmerzhafte, wehe bringt den eltern das baby näher. sicherlich kein schmerzfreier trost, aber meiner frau hat dieser spruch dreimal unglaublich viel geholfen.

im krassen gegensatz dazu haben wir männer beim kinderkriegen kaum irgendwelche nennenswerte aufgaben (fb: was machst du gerade?): rumstehen, warten, händchen halten, beruhigend zureden, mal total ohne facebook und handy einfach anwesend sein, die nabelschnur abschneiden (kommt erst später), die plazenta begutachten (auch später), ein paar witze mit der netten hebamme machen (plz don’t), hier und da was massieren und besser während einer wehen keine frage an die liebe ehefrau stellen. die wohl wichtigste aufgabe ist es aber die verwandtschaft abzuhalten sofort den kreissaal bzw. das wochenbett zu stürmen. ein baby braucht ja zunächst einmal nur die mutter und flüssignahrung (kein bier – auch kein astra) und dann vielleicht, aber auch nur vielleicht, den vater. frische mütter und väter dagegen brauchen etwas zu essen, hilfe im haushalt, schulterklopfen, liebe karten, blumen, ganz viele geldgeschenke, aber umso mehr zeit sich an die neue situation und den nachwuchs zu gewöhnen. die neue familie ist nach dem kinderkriegen zwar eine kleine einheit, aber ab sofort das ein und alles. näher an gott und der schöpfung im allgemeinen kommt man übrigens nicht! selbst für die fans der evolutionstheorie ist die geburt am tag x wohl eine party wert – quasi eine geburtstagsparty.

kinder großziehen: man weiß erst was eltern zu sein bedeutet, wenn man selbst vater bzw. mutter geworden ist. davor hat man vielleicht eine vorahnung, aber mehr eben auch nicht. genauso wie beim sex – sich sachen anzuschauen kommt am gefühl und der intimität nicht annähernd heran. die plötzliche verantwortung nach dem kinderkriegen ist so schwer wie ein kleiner elefant – naja so etwas um die 2-5 kilogramm – und haut den einen oder anderen vielleicht erstmal um, aber es kommt wie es kommen muss (seit tausenden von generationen): die verantwortung für das neue menschenleben (aka der kleinen kackmaschine) macht den vater und die mutter innerlich größer; sie macht sie stärker und verbindet die zwei kindermacher unwiderruflich und für alle zeit. jeder mensch der selbst kinder hat und halbwegs normal ist (ausgenommen einige kinderlose kinderhasser) teilt diese unglaublich starke eltern-kind-beziehung. man ist allerdings nicht ohne hilfe auf dieser turbulenten reise. es gibt natürlich hilfe, lehrreiche bücher und widersprüchliche ratschläge von hebammen, den ärzten (den besten ärzten der welt), den schwägerInnen, den freunden und manchmal auch zufällig & unerwartet, sowie mehr oder weniger hilfreich, von unbekannten leuten auf der straße.

doch nun zum eigentlichen thema: zunächst einmal benötigt ihr zum ‚großziehen’ des babys muttermilch oder einen leckeren ersatz dafür, vielleicht was bequemes zum rumtragen oder reinlegen (aber bitte keinen pappkarton), eine positive offenheit, etwas oder noch mehr elternzeit, geld für 1001 windeln und keine scheu diese nach gebrauch zu wechseln, interesse an vielen interessanten und einzigartigen erlebnissen, vertrauen in sich selbst und auch vertrauen in die geschicke seines partner. es gibt nicht richtig oder falsch, sondern nur noch baby schläft (lach) oder baby ist wach (wein). denn nach einem guten tag kommt eine schlechte woche und dann wieder eine schlaflose nacht. schlafe, wenn das kind schläft! es gibt auch allerhand phasen beim baby – kindern allgemein – immer wieder ist etwas neues dabei. hunderte wiederholungen, aber trotzdem kommt keine wirkliche langeweile auf. mit jedem tag wächst auch eine zufriedenstellende erkenntnis: das kindermachen war doch eine gute idee und das kinderkriegen war halb so schlimm (die schmerzen vergisst man hoffentlich). damit könntet ihr euch sicherlich anfreunden, oder?

zusammengefasst: ihr beiden trefft alle entscheidungen rund ums kindermachen selbst, beim kinderkriegen sagt überwiegend die mutter natur und der eigene körper wo es langgeht und viel später beim kinder großziehen lasst euch nicht zu viel reinreden!

p.s.: je mehr babys man hat desto weniger kann man hoffentlich beim einzelnen kind verkehrt machen. und wenn ihr trotzdem was verkehrt machen solltest, dann ist das auch nicht schlimm, denn eltern machen fehler.

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