Statusmitteilung

10 kniffelige fragen (mal so richtig ehrlich beantwortet)

locks
together forever

ein guter freund von mir hatte sich bereit erklärt 10 kniffelige fragen zu beantworten und diese dann hier (als eine art gastbeitrag) auf dasdrittekind.com zu veröffentlichen. ich war erstaunt wie ehrlich doch seine antworten letztendlich ausgefallen sind. respekt von mir für seine offenheit und ehrlichkeit.
es geht unter anderem um sein leben vor und nach der geburt seiner tochter, alte freiheiten, 3 Kilo+ mehr verantwortung, namensgebung und natürlich um sex. bist du neugierig geworden? dann bitte weiterlesen 🙂 es geht jetzt los…

 

1. hattest du die befürchtung, dein altes leben nicht mehr weiter leben zu können?

Natürlich hatte ich die. Und wie! Als ich das Ultraschallbild unserer Tochter gesehen habe, war mir von der ersten Sekunde an klar, dass mein bisheriges Leben in alten Akten verstauben wird. Ich versuche zu erklären warum: Vorher war alles bequem. Alles leicht. Alles irgendwie ungezwungen. Vor allem keine Verantwortung außerhalb dir selber zu haben ist ein hohes Gut. Wenn mir ein Job beispielsweise nicht gepasst hat, habe ich sofort gekündigt und mir einen neuen gesucht. Es war ja MEIN Leben. Ich war für MICH verantwortlich. Nun ist alles anders. Wenn wir alle ehrlich zu uns selber sind, dann müssen wir uns eingestehen, dass große Verantwortung auch zur großen Last werden kann! Spontane Aktionen gibt es nicht mehr. Alles muss im Leben wohl überlegt sein. Deine Gedanken fahren inzwischen mit Familie auf vielen Umwegen, Umleitungen und landen in Kreuzungen mit einer Menge Ampeln! Es ist ganz einfach nicht mehr die leere Autobahn wie früher. Das ist eben der Preis, den man für so ein kleinen, eigenen süssen Wonneproppen bezahlt. Und da ich auch immer die Einstellung hatte, für mein Kind voll und ganz da zu sein, musste ich einen regelrechten Cut in meinem Kopf machen. Das hieß: Entweder ganz oder gar nicht. Und bis jetzt habe ich es auch halbwegs zufriedenstellend geschafft…

2. wolltest du trotzdem deine freiheiten behalten, wie bisher auch?

Ganz klares ja, obwohl mir auch bewusst war, was sich alles ändern wird. Mein Leben war viel unbekümmerter und leichter. Wenn ich Stress bei der Arbeit hatte, konnte ich mich einfach vor die Playstation setzen. Oder mich schnell mit Freunden in der Kneipe treffen. Oder einfach laut Musik hören. Diese eigentlich einfachen Dinge, also diese „Freiheiten“ gibt es nun nicht mehr. Oder anders gesagt: Die sind nicht mehr so einfach von einer Minute auf die andere zu realisieren! Es muss organisiert werden, geplant und vor allem kommuniziert.

3. wie dachtest du über die tatsache, dass du nun den rest deines lebens verantwortung trägst?

Das ist wirklich ein ernster Punkt. Das habe ich ja schon bei der ersten Frage versucht zu verdeutlichen. Aber eigentlich ist eine Grundverantwortung sowieso ab der Minute da, sobald man sein eigenes Elternhaus verlässt. Ein Kind ist selbstverständlich etwas anders und benötigt eine Menge mehr Zuwendung, als man vorher in seinem Leben gegeben hat! Und wenn man sein Kind aus vollem Herzen liebt, wird man auch für den Rest seines Lebens die Verantwortung sehr stark spüren. Das hört garantiert nicht auf. Bis man selber auf dem Totenbett liegt. Aber auch das gehört dazu.

4. war dir die namensgebung egal?

Ganz klares Nein! Das hat uns wirklich eine Menge Zeit gekostet! Ich finde Namen an sich, sogar den Klang des vollen Vor-und Nachnamens sowie den Gedanken dahinter, äußerst wichtig! Ich muss zugeben, dass die Namenswahl aber eine Menge Spaß gemacht hat, was ich vorher gar nicht für möglich gehalten hätte. Es ist eine Wissenschaft für sich, wenn man ernst an die Sache rangeht. Man kann recherchieren und diskutieren ohne Ende.

5. welche beziehung hattest du in im ersten lebensjahr zu deiner tochter?

Eine sehr liebevolle und gute, dass kann ich behaupten. Da unsere Tochter schon mit 3 Monaten leider ins Krankenhaus musste, ist die Verbindung zwischen uns bestimmt auch noch einmal unbewusst gestärkt worden. Das finde ich auch sehr schön und wichtig, auch wenn der Anlass nicht so schön war. Doch jetzt ist so ein enges Band zwischen uns, dass ich mir gar nicht mehr vorstellen könnte, ohne sie zu existieren! Das ist ein schönes Gefühl und wenn ich an die schlimme Zeit zurückdenke, empfinde ich nur noch eine unfassbare Erleichterung, dass Gott sei Dank alles gut geworden ist! Jeder muss das natürlich für sich selbst entscheiden, aber ich glaube inzwischen, dass man ohne Kinder nur noch existiert – man lebt nicht!

6. hattest du eigentlich sorgen, dass dein sexleben einschlafen wird?

(denkt lange nach) Hm. Manchmal. Ich wusste zwar, dass sich die erste Zeit viel ändern wird. Aber mir war natürlich nicht klar, wie sich das auf meine Frau und mich auswirken würde. Ich denke, da ist sowieso jeder unterschiedlich. Bei uns hat sich alles irgendwie eingespielt. Auch, wenn wir garantiert keinen Preis mehr für ein „aktives Sexleben“ gewinnen würden. Die Menge ist schon radikal geschrumpft, das muss ich zugeben.
Wahrscheinlich wie bei den meisten Paaren mit kleinen Kindern…

7. wolltest du eigentlich schon immer ein kind?

Ja, das schon. Allerdings hatte ich immer da Gefühl, dass die Zeit. bzw. ich selbst noch nicht reif genug dafür ist. Weder mit 20, noch mit 25 oder gar mit 30. Und auch als meine Frau schwanger war, dachte ich, dass ich das alles mental und finanziell gar nicht schaffen werde. Das ist natürlich Quatsch, denn man denkt immer, es passt noch nicht obwohl es keiner so richtig beschrieben kann, was der Grund dafür ist. Also worauf warten? Einfach sehen was wird, eine andere Möglichkeit gibt es eh nicht. Wir waren ja auch schon 34, das ist sogar ganze 10 Jahre später, als meine Eltern damals, und die haben es auch geschafft! (lacht)

8. was dachtest du, als du dein kind das erste mal auf dem arm hattest?

Ich war glücklich, aber auch leicht irritiert. Denn plötzlich liegt ein echtes, menschliches kleines Wesen, das sein ganzes Vertrauen in dich steckt, in deinen Händen! Unsere Tochter war so klein, zerbrechlich und verletzlich, dass ich Angst hatte, sie mit jeder Berührung zu verletzen! Als wir aus dem Krankenhaus nach Hause kamen, wussten wir erst einmal gar nicht, was wir mit dem kleinen Bündel Mensch machen müssen. Es war merkwürdig. Es ist dein eigenes Kind, und es erwartet von dir ab sofort die volle Zuwendung, Liebe und Verantwortung. Und ich wusste im ersten Moment gar nicht, was ich machen soll. Diese Situation hat mich schon überfordert… Es hat schließlich ein paar Monate gedauert, bis ich mich auf diese neue Situation halbwegs einstellen konnte. Jetzt nach fast 4 Jahren habe ich die Vaterrolle absolut verinnerlicht!

9. möchtest du noch genauso oft sex wie vor der geburt?

Um ehrlich zu sein, hat sich das geändert. Vielleicht gehöre ich zur Minderheit der Männer, aber ich achte inzwischen sehr darauf, wann es wo und wie passen könnte. Spontaneität ist mir fast komplett abhanden gekommen. Meine Frau ist da aber ähnlich. Das Problem ist doch, dass sich Eltern nicht weiter belügen dürfen, nur, um ein gutes Bild in der Öffentlichkeit abzugeben! Jeder normal denkende Mensch weiß doch, dass sich vor allem dieses Thema grundlegend ändert, sobald das Kind auf der Welt ist. Aber keiner gibt es zu, denn keiner möchte der erste sein, der dieses Thema so anspricht! Das wird ja sogar oftmals als Schwäche angesehen, wenn MANN nicht mehr den potenten Sexgott mimen kann. Ich gebe es zu, dass Sex wirklich zur Nebensache geworden ist. Ich würde mich freuen, wenn sich das bald wieder ändert, aber erzwingen kann man sowieso nichts…

10. würdest du deine geliebten technischen geräte sowie dein auto für das wohl des kindes sofort verkaufen?

Hätten man mich das vor 10 Jahren (noch ohne ernsthaften Kinderwunsch) gefragt, hätte ich nur laut losgelacht! Mir wäre gar nicht in den Sinn gekommen, dass diese beiden Dinge etwas miteinander zu tun haben könnten. Ich dachte, dass alles strikt getrennt ist und das Leben immer so weitergehen wird. Also warum soll ich darüber nachdenken, mich von irdischen Sachen zu trennen, die ich liebgewonnen habe und die zu meinem Leben dazugehören?

Aber jetzt hat sich alles um 180 Grad gedreht. Und ja, ich sage hier ein ganz klares JA! Ich würde mich sofort und ohne zu zögern von allem trennen was ich habe, wenn ich wüsste, dass ich dafür immer ein gesundes, glückliches Kind haben werde!

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